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Halbe Weltkugel mit Strohhalm als Titelbild für Artikel über Plastikmüll in den Ozeanen

Plastikmüll in den Ozeanen: Woraus der Müll in den Weltmeeren tatsächlich besteht

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10. Juni 2020

Kein Thema aus dem großen Kosmos der Nachhaltigkeit war in den letzten Jahren medial so präsent wie Plastikmüll. Eine ganz besondere Rolle kommt dabei dem Trinkhalm aus Plastik zu, denn dieser steht quasi stellvertretend für das gesamte Problem am Pranger. Wem aber am Wohl der Weltmeere und ihrer Bewohner gelegen ist, der sollte nicht nur auf seinen Drink schauen sondern auf seinen Teller – denn die mit Abstand größte Quelle für Plastikmüll in den Ozeanen sind zurückgelassene Utensilien aus der Fischerei.

Mehr als 300 Millionen Tonnen Kunststoff werden weltweit jährlich produziert. Tendenz: steigend. Schätzungen gehen davon aus, dass rund acht Millionen Tonnen davon in den Ozeanen landen. Dadurch wächst der Plastikmüll in den Ozeanen pro Jahr grob geschätzt um 4 Prozent. Rund die Hälfte davon bleibt aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften an der Oberfläche der Meere und sammelt sich zu gigantischen Müllteppichen. Ein Teil der schwimmenden Teile wird auch angeschwemmt und verschmutzt die Strände. Die andere Hälfte verbleibt nicht an der Oberfläche, sondern sinkt auf den Meeresboden.

Plastik baut sich nicht ab sondern zerfällt in immer kleinere Teile

Kunststoffe sind bekanntermaßen deshalb so problematisch, weil sie sich anders als viele andere Materialien einfach nicht abbauen wollen. Sie bleiben uns in ihrer jetzigen Form noch Jahrhunderte lang erhalten. Während organischer Müll irgendwann aufgefressen wird oder sich biologisch abbaut, trifft dies auf Kunststoff nicht zu. In den Meeren zerfällt Plastik über einen sehr langen Zeitraum aufgrund der Sonnenstrahlung, der Kraft der Wellen und des Salzes im Wasser in immer kleinere Einzelteile. 

Eine Einweg-Plastikgabel, die auf dem Festival oder der Grillparty 15 Minuten lang verwendet wird, bleibt uns noch 450 Jahre erhalten, bevor sie komplett zerfallen ist. Ein Trinkhalm aus Plastik im Caipirinha suppt nicht so schnell durch wie sein Pendant aus Papier, verschwindet aber auch in den nächsten 200 Jahren nicht aus der Welt.

Besonders lange halten sich Fischernetze und andere in den Meeren zurückgelassene Fischereiutensilien. Es braucht einige Jahrhunderte, bis sie sich zu kleinen Einzelteilen zerlegt haben. Anders als beim Haushaltsmüll sind die Materialien hier ganz bewusst so gestaltet, dass sie möglichst lange halten und auch dem Salzwasser standhalten. Bis in die 1970er Jahre bestanden Fischernetze eher aus Hanf und anderen Naturfasern. Dann setzten sich sehr lang haltbare Kunststoffe durch.

Infografik, die zeigt, wie lange es dauert, bis sich Plastik in Ozeanen zersetzt - am längsten dauert es bei Fischernetzen und Angelsehnen

Wenn die Plastikteile dann zerfallen sind, sind sie alles andere als ungefährlich, sondern so klein, dass sie als Mikroplastik in die maritimen Nahrungsketten eindringen. Das gefährdet zunächst einmal zahlreiche Meerestiere, aber mittelbar natürlich auch die Menschen. Denn über den Fisch auf den Tellern findet der Plastikmüll seinen Weg zurück in die Haushalte. Wie genau Mikroplastik-Partikel in den Körpern von Menschen und Tieren wirken, ist bislang nur unzureichend bekannt, es gibt aber erste Hinweise auf Verbindungen zu Krebserkrankungen, Geburtsdefekten und anderen Krankheiten. 

 Trinkhalm auf der Anklagebank

In den letzten zehn Jahren ist das Bewusstsein der Menschen für Einwegprodukte aus Plastik und überflüssige Verpackungen-in-der-Verpackung stark gestiegen. Das gilt für Europa und die USA, aber zunehmend auch für Staaten wie China, die nicht länger bereitwillig zulassen, dass unser Plastikmüll dorthin exportiert wird. Dies spiegelt sich allmählich auch im Sortiment von Supermärkten wider, wo einige besonders fragwürdige Produkte langsam aus den Regalen verschwinden. In vielen Großstädten sprießen auch Unverpacktläden aus dem Boden und richten sich an Verbraucher, die möglichst gar keinen Plastikmüll mehr verantworten wollen. 

Symbol dieses gestiegenen Bewusstseins ist zweifellos – stärker noch als die gute alte erdölbasierte Einkaufstüte – der Trinkhalm aus Plastik. Das gilt spätestens seit 2015. In diesem Jahr brannte sich ein bewegendes YouTube-Video (Triggerwarnung: enthält Darstellung von Tierleid) ins kollektive Gedächtnis der umweltinteressierten Internet-Öffentlichkeit ein. Darin zieht eine Meeresbiologin einen Trinkhalm aus der Nasenhöhle einer Meeresschildkröte.

Seitdem steht der Plastik-Trinkhalm am Pranger. Staatliche Institutionen aller Ebenen haben dem Trinkhalm den Kampf angesagt. Weltweit rufen NGOs Anti-Straw-Kampagnen ins Leben und rufen Verbraucher dazu auf, auf Trinkhalme zu verzichten oder Alternativen wie Glashalme und Macaronis zu nutzen. Auch große Franchise-Ketten wie Starbucks nehmen Trinkhalme aus Plastik aus ihrem Angebot und ersetzen sie mit Alternativen. Einzig Verbände für die Interessen von Menschen mit Behinderung nehmen bei dem Thema eine etwas andere Position ein, da Trinkhalme in dieser Gruppe eine wichtige Funktion erfüllen.

Auch die europäische Politik hat das Thema aufgegriffen und eine Initiative zur Eindämmung von Haushaltsmüll gestartet. So gilt in der Europäischen Union ab 2021 ein Verbot für eine Reihe von Einwegartikel aus Plastik, für die es besser abbaubare Alternativen zu vertretbaren Preisen gibt. Darunter fallen Plastikhalme, Q-Tips und Einwegbesteck. 

Ist Haushaltsmüll der Kern des Problem?

So weit, so gut. Problem ist nur: Die öffentliche Debatte fokussiert sich recht einseitig auf Haushalts- und Verpackungsmüll. Auf Trinkhalme, auf Einkaufstüten, auf einzeln eingeschweißte Salatgurken und Bananen sowie auf überflüssige Verpackungen-in-der-Verpackung etwa bei Keksen und anderen Süßwaren. Dabei sind Trinkhalme aus Plastik und Einkaufstüten nur die Spitze des Eisbergs. Schätzungen aus einem Artikel im National Geographic aus dem Juli 2018 gehen davon aus, dass 0,025 Prozent des weltweiten Plastikmülls auf Trinkhalme zurückgehen. Gemessen an der symbolischen Bedeutung des Trinkhalms in der Plastikdebatte ist das sehr wenig. 

Die größte Einzelursache für die Kunststoffverschmutzung ist aber ganz woanders zu suchen: in der Fischerei. Es gibt sehr unterschiedliche Angaben dazu, wie sich der Plastikmüll in den Ozeanen zusammensetzt. Über die Jahre hat sich die Faustformel etabliert: 20 Prozent des Plastikmülls kommen aus zurückgelassenen Fischernetzen, 80 Prozent vom Land und dort vor allem aus Haushaltsmüll. Pro Jahr kommen 600.000 bis 800.000 Tonnen zurückgelassene Fischernetze dazu, wobei dies sehr konservative Schätzungen sind.

In den letzten Jahren gab es jedoch Studien, die nahelegen, dass der tatsächliche Anteil der Fischereiutensilien am Plastikmüll deutlich größer sein dürfte. Die Europäische Kommission kommuniziert, dass Fischernetzen 27 Prozent des gesamten Mülls in den Meeren ausmachen. Auf Einwegplastik entfallen danach 49 Prozent, auf sonstige Plastik 6 Prozent und der Rest auf Nicht-Plastik-Müll. 

Anatomie des weltgrößten Müllstrudels

Eine Auswertung der weltweit größten Müllansammlung deutet auf einen größeren Anteil hin. Auf der Welt gibt es rund eine Handvoll dieser Müllstrudel an den Oberflächen der Ozeane. Die Teile werden von der Meeresströmung dorthin getragen und wachsen zu gigantischen Müllteppichen an. Die mit Abstand größte Müllansammlung ist der sogenannte Great Pacific Garbage Patch und findet sich auf halbem Weg zwischen der US-amerikanischen Westküste und Hawaii. Eine Gruppe von Forschern rund um Laurent Lebreton hat den Müllstrudel vor wenigen Jahren vermessen und seine Zusammensetzung anhand von Proben von der Wasseroberfläche analysiert.

In einem Artikel, der Anfang 2018 im Magazin Nature erschien, wurden die Ergebnisse dieser Untersuchung aufbereitet. Die Forscher fanden heraus, dass der Müllstrudel deutlich größer war als bislang vermutet. Zu dem Zeitpunkt der Untersuchung deckte er mit seinen geschätzt 1,8 Billionen Plastikstücken eine Fläche ab, die etwa viereinhalb mal so groß war wie Deutschland. Seitdem dürfte der Müllstrudel weiter gewachsen sein. 

Ebenfalls überraschend für die Forscher war die Erkenntnis, dass Haushaltsmüll beim Plastik in den Ozeanen bei Weitem nicht so eine große Rolle spielt wie bis dahin angenommen. Rund die Hälfte des schwimmenden Plastikmülls stammte nicht etwa vom Festland sondern aus der Fischerei und aus Aquakulturen. Absichtlich oder unabsichtlich im Meer zurückgelassene Fischernetze kamen auf einen Anteil von 46 Prozent des Gewichts. Weitere ehemalige Fischereiutensilien wie Kisten, Körbe, Seile und Aalfallen waren da noch nicht einmal mit eingerechnet. 

Das heißt nicht, dass 46 Prozent des gesamten Plastikmülls in den Ozeanen aus Fischernetzen besteht. In manchen Artikeln ist das verkürzt so dargestellt worden. Das unterschlägt zum einen, dass es sich um einen exemplarischen Müllstrudel handelt, dessen Zusammensetzung nicht notwendigerweise identisch sein muss mit den anderen Ansammlungen. Und zum anderen lässt es außer Acht, dass rund die Hälfte des Plastikmülls aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften nicht an der Wasseroberfläche schwimmt, sondern schnell auf den Meeresboden sinkt. Diese Hälfte blieb bei der Analyse außen vor. Dennoch zeigt die Analyse recht eindrücklich den riesigen Anteil der Fischerei an der Vermüllung der Ozeane. 

Fischernetze sind die tödlichste Form des Plastikmülls

Zahlreiche Studien zu den ökologischen Auswirkungen von Plastikmüll in den Ozeanen zeigen, dass zurückgelassene Fischereiutensilien nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ die größte Bedrohung darstellen. Denn gerade Fischernetze bergen die Gefahr für Meerestiere, sich darin zu verfangen. Auch Einkaufstüten, Sixpack-Ringe und andere Einwegartikel aus Plastik bergen ein großes Verwicklungsrisiko für die Tiere, aber das kommt nicht annähernd an die Gefahr durch Netze heran. Das ist auch wenig überraschend. Denn diese sind ja zu nichts anderem gebaut, als Tiere zu fangen. 

Die Netze sind schon gefährlich für die Fische, solange sie in Benutzung sind. Denn mit den zum Teil kilometerlangen Grundschleppnetzen werden nicht nur Zielfische gefangen, sondern unbeabsichtigt jede Menge sogenannter ‘Beifang’. Die meisten dieser Tiere werden tot oder sterbend oder schwer verletzt wieder über Bord geworfen. Pro Jahr sterben auf diese Weise neben vielen anderen Fischen rund 100 Millionen Haie und Rochen, 300.000 Wale und Delfine und 250.000 Meeresschildkröten.  

Werden die Netze nicht mehr benutzt, werden sie erst recht zur Falle für die Meeresbewohner. Zahlreiche Fische, Schildkröten, Säugetiere und Wasservögel verheddern sich in den Netzen und verhungern oder ersticken. Viele sterben auch an Erschöpfung oder an Infektionen aufgrund der erlittenen Verletzungen durch die Netze. Schätzungen gehen davon aus, dass rund 700 Arten massiven Schaden durch Plastikmüll in den Ozeanen nehmen, 17 Prozent davon sind vom Aussterben bedroht. 

Ein Beispiel: Im Jahr 2019 erschien in dem Wissenschaftsmagazin ‘Diseases of Aquatic Organisms’ ein Artikel der US-amerikanischen Veterinärin Dr. Sarah Sharp. Sie hatte die Todesursachen aller von 2003 bis 2018 im Nordatlantik zu Tode gekommenen Glattwale untersucht. Von den 43 insgesamt gestorbenen Walen waren 38 aufgrund von menschlichen Einflüssen gestorben. Davon starben 22 Tiere, also etwas mehr als die Hälfte der Tiere, weil sie sich in Fischernetzen verfangen hatten. Die absoluten Zahlen wirken auf den ersten Blick nicht dramatisch hoch. Das ändert sich aber, wenn man berücksichtigt, dass die Population der Atlantischen Nordkaper – so der offizielle Name – auf etwa 400 Tiere gesunken ist, wovon nur noch 100 weibliche Tiere im gebärfähigen Alter sind. Meeresbiologen gehen davon aus, dass die Spezies bis 2037 ausgestorben sein wird. 

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Fischernetze sind die mit großem Abstand größte Ursache für Plastikmüll in den Ozeanen / Fredrik Öhlander @ Unsplash

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Seit den 1970ern sind die Netze in der Regel aus Kunststoff, damit sie besonders lange halten / Gin Patin @ Pexels

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Trinkhalme machen 0,03 Prozent des Plastikmülls aus, Fischereiutensilien mehr als 20 Prozent / Angela Compagnone @ Unsplash

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Verlorene oder abgestoßene Fischernetze brauchen etwa 600 Jahre, bis sie sich zersetzt haben / A Different Perspective @ Pixabay

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Einwegartikel aus Plastik können tödliche Fallen sein, doch das größte Problem sind Fischernetze  / Joel Saucedo  @ Pixabay

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Es ist leicht, sich in den Fischernetzen zu verfangen, und schwer, da wieder herauszukommen / Ary Fahmed @ Adobe Stock

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Abgestoßene Fischernetze können Seelöwen und anderen Tieren schwere Verletzungen zufügen / Ian Dyball @ Adobe Stock

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Auch viele Meeresvögel werden durch Fischernetz aus Plastik getötet oder stark verletzt / Andrew Balcombe @ Adobe Stock

Wege zur Lösung des Problems

Der effektivste Weg, die Vermüllung der Weltmeere mit Plastik zu beenden, würde also nicht beim Haushaltsmüll ansetzen, sondern bei den Überbleibseln aus der Fischerei. Am wirksamsten wäre, wenn die Menschen aufhören würden, Fisch zu essen, oder ihren Fischkonsum zumindest drastisch reduzieren würden. Weniger Nachfrage nach Fisch reduziert die Produktion,  weniger Fischen führt zu weniger Geisternetzen im Meer, das hieße weniger Plastikmüll im Meer. Dies würde es den gefährdeten Fischbeständen erlauben, sich zu erholen, und ganz nebenbei einen Großteil des weltweiten Plastikproblems lösen. 

Auf kurze bis mittlere Sicht wird das nicht passieren. Daher ist auch die Frage, wie das Problem der abgestoßenen Fischernetze gemildert werden kann, ohne die Fischerei als solches abzuschaffen. Bemühungen dazu gibt es seit den 1990er-Jahren, doch bislang hat das nicht gefruchtet. Einige Netze gehen während der Fischerei unbeabsichtigt verloren. Doch ein großer Teil entfällt darauf, dass Boote Netze bewusst über Bord werfen, statt sie kostenpflichtig an Land zu entsorgen.

Zu den vorgeschlagenen Verbesserungen im bestehenden System gehören bessere Recycling-Möglichkeiten für Fischernetze an Land, eine Erfassung des Netzbestandes an Bord beim Auslaufen und Einlaufen im Hafen und damit verbundene Strafen für das Hinterlassen von Fischernetzen im Meer oder auch die Befestigung von GPS-Trackern an den Netzen, die sich dem Boot zuordnen lassen. Auch die Verwendung von anderen, besser abbaubaren Materialien gehört zu den Vorschlägen, wird aber von der Fischereiindustrie kritisch gesehen, weil das mehr kosten würde.

Die EU hat in demselben Rechtsakt, mit dem sie Trinkhalme und andere Einwegplastik-Artikeln ab 2021 verboten hat, eine Verbesserung der Infrastruktur für das Entsorgen von Fischernetzen in den Häfen angekündigt. Zudem sollen die Mitgliedstaaten bis 2025 die zurückgelassenen Fischernetze um die Hälfte reduzieren. Das sind erste Schritte, doch in Betracht des riesigen Anteils von Fischernetzen am Plastikmüll bedarf es sicher größerer Anstrengungen der Politik. 

Was heißt das nun?

Ganz sicher nicht, dass Einwegplastik im Haushaltsmüll kein Problem darstellt und dass man besten Gewissens wieder zum Trinkhalm aus Plastik greifen soll. Das Argument, andere machen mehr Dreck, sollte nicht das Alibi dafür sein, nichts zu ändern. Aber die Gesellschaft lügt sich in die Tasche, wenn sie Menschen, die nach wie vor Trinkhalme aus Plastik benutzen, mit verächtlichen Blicken straft, aber in der Großpackung Fischstäbchen auf dem Kassenband kein Problem sieht. 

Die Fischerei ist die mit Abstand größte Quelle für Plastikmüll in den Ozeanen. Auch was die Gefährlichkeit für die Meeresbewohner betrifft, stehen die ehemaligen Fischereiutensilien ganz klar an erster Stelle. Nur wenn auch an dieser Stellschraube substanziell etwas verbessert wird, besteht der Hauch einer Chance, das Problem des Plastikteppichs in den Ozeanen ansatzweise in den Griff zu bekommen. Andernfalls nähern wir uns Tag für Tag der pessimistischen Prognose von vielen Wissenschaftlern – dass es spätestens 2050 mehr Plastikmüll in den Ozeanen geben wird als Fisch.

Die entscheidende Frage lautet: Welchen Effekt hat der Trinkhalm-Bann auf das Konsumverhalten der Menschen? Führt das dazu, dass die Menschen eine größere Sensibilität für das Thema entwickeln und den Verzicht auf Trinkhalme aus Plastik als ersten Schritt begreifen, auf den dann weitergehende Veränderung folgt? Ein solcher positiver Spillover-Effekt wäre sicher wünschenswert. 

Mindestens genauso wahrscheinlich ist jedoch das Gegenteil: Dass die Menschen zwar gern auf den Trinkhalm aus Plastik verzichten, denn das ist ja einfach umzusetzen. Dann aber weiter besten Gewissens Fisch essen, denn man habe ja schon seinen Beitrag geleistet. Tritt dieser negative Spillover-Effekt ein, ist den Ozeanen und ihren Bewohnern durch einen Bann von Trinkhalmen und Einkaufstüten nicht geholfen, weil die größte Ursache für die Vermüllung der Meere außen vor bleibt.

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